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„Simple Songs“ – all around the blues

Die auftrittslose Zeit nutze ich momentan dazu, etliche ältere und neuere Kompositionsskizzen „aus der Schublade“ zu ziehen und abzuschließen. Da kam einiges zu Tage, was mir wirklich lohnenswert erschien zu veröffentlichen. Die meisten Stücke davon wurden bisher noch nie aufgenommen oder live gespielt, oft weil sie nicht wirklich ins Konzept einer meiner gerade aktuellen Bands passten. So willkürlich dieses Konvolut an Kompositionen, hinsichtlich Alter und Entstehung ist, um so überraschter bin ich, dass ein Großteil von ihnen zusammengenommen ein stimmiges, homogenes Ganzes ergibt, welches für ein neues Album geradezu prädestiniert ist.

Das Programm ist stark vom Blues in all seinen Schattierungen getränkt, auch wenn kein klassischer Blues dabei ist, mal knackig groovend, mal stimmungsvoll, oft mit entspanntem Understatement und einer gehörigen Portion dreckigem Funk. Von allzu Intellektuellem möchte ich bei diesem Projekt abrücken. Die ausgewählten Kompositionen verwenden hauptsächlich einfache Songstrukturen und viel Bluesharmonik. Deshalb soll das Album den Titel „Simple Songs“ tragen. Komplettiert werden die bisher elf Eigenkompositionen durch zwei Evergreens in neuem Gewand.

Besagte Songs habe ich nun hauptsächlich für ein Quartett bestehend aus Gitarre, Keyboards, Baß und Schlagzeug, so wie teilweise Trompete oder Bläsersatz arrangiert und vorproduziert, und mit den mir verfügbaren Instrumenten zunächst selber eingespielt. Dann wurden Gitarre, Schlagzeug und größtenteils Bass von meinen Band-Kollegen in ihren jeweiligen Studios professionell neu eingespielt. Hier war es für mich selbstverständlich mit Musikern zusammen zu arbeiten, mit denen ich in vielen Jahren auf den unterschiedlichsten Bühnen gestanden habe und mit denen ich seit langem befreundet bin, Musiker und Freunde, die auch lange konzeptionelle Telefonate nie scheuen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass diese so viel Zeit, Leidenschaft und Energie für mein Projekt investieren: Gernot Kögel – Bässe und Mix, Sven Götz – Gitarren und Stefan Günther-Martens – Schlagzeug. So gibt es hier zwar kein direktes Reagieren, wie unter Livebedingungen aber es entsteht ein reizvoller „musikalischer Kettenbrief“, auf der immer der nächste Einspielende auf die Tracks des vorigen reagiert und sich die Songs langsam homogen verzahnen. Für mich war es sehr reizvoll, mich bei diesem Projekt, neben dem akustischen und elektrischem Piano, ein wenig mehr auf die Orgel und Synthesizer zu konzentrieren und wieder etwas Trompete und ein klein Bisschen Bass zu spielen.